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Gespräch mit Karin Simonitsch, Inhaberin der Marien Apotheke

Marien Apotheke von außenAls langjährige Bewohnerin des 6. Bezirks und Inhaberin der Marien Apotheke „kennt sie alle“. Gemeint sind ihre NachbarInnen, mit denen Karin Simonitsch sich unter anderem gerne auf der Straße bei einem Gespräch austauscht und sich auch mit ihnen gemeinsam über politische Entscheidungen ärgert.

Nachbarschaft: ein vertrauter Mikrokosmos

Nachbarschaft ist für Frau Simonitsch etwas sehr Vielschichtiges: Zum einen ist das für sie die eigene kleine Welt, mit der man vertraut ist und in der man auch seine Umgebung mit ihren Bedürfnissen kennt. Und andererseits sind das auch die Dienstleistungen, die man in Anspruch nimmt, wie die Putzerei, das Caféhaus und der Bäcker.

Nachbarschaftsförderung muss ihrer Meinung nach von einem selbst kommen. Simonitsch: „Wie man das leben will und wie sehr man sich einbringt, das muss man selber entscheiden und da muss man auch selber initiativ werden. Institutionen können hier nur einen Anstoß geben.“

Aufeinander zugehen und zuhören

Laut Frau Simonitsch kann ein angenehmes Miteinander nur durch eine gute Gesprächskultur entstehen. Dabei ist es für sie wichtig, dass man aufeinander zugeht, einander zuhört und sich ausreden lässt und so auf einem konsensualen Weg eine gute Lösung findet.

Allerdings vermisst sie das zusehends. Sie bedauert, dass für ein gutes Miteinander anscheinend immer mehr Regeln nötig sind. Sie meint, dass durch gegenseitiges Zuhören „Verständnis und damit Nähe wächst.“

Grätzel zum Schwärmen

Wenn sie über ihr Grätzel spricht, verfällt Frau Simonitsch ins Schwärmen: „Ein wunderbarer Ort, wo man wirklich wunderbare Häuser und alte Wiener Institutionen sieht. Hier sieht man, wie das Wiener Leben war. Weil die Häuser sehr schön sind, weil man sich eben kennt und über die Straße grüßt und stehenbleibt und ein bisschen tratscht.“

Sie schätzt an ihrem Grätzel die lebenswerte Atmosphäre, die tolle Gastronomie, die interessanten und kreativen Geschäfte und nicht zuletzt das positive Lebensgefühl, das sie dort erhält. Besonders ist für sie dort auch ein Gefühl von Offenheit und Neugier.

Simonitsch: „Das ist lustigerweise in anderen Teilen des Sechsten nicht so. Da kommt mir die Stimmung viel gedrückter vor. Zum Beispiel in Teilen der Mollardgasse herrscht eine ganz andere Atmosphäre.“

Alten Institutionen mit besonderem Reiz

Sowohl das Stehmann und das Jelinek, als auch das Condomi, der Blütenkonfektmacher in der Schmalzhofgasse („Blühendes Konfekt“) und der Fleischhauer Ringl auf der Gumpendorfer Straße sind Geschäfte, die für Frau Simonitsch im 6. Bezirk nicht fehlen dürften.

Als etwas ganz Besonderes empfindet sie das Haydnhaus.

Simonitsch: „Dort hat Haydn seine letzten Lebensjahre verbracht und die Schöpfung geschrieben. Es ist ein nicht sehr großes Biedermeierhaus mit einem wunderschönen Innenhof. Dort könnten zum Beispiel Konzerte gespielt werden. Dass man dort Dinge aufführen könnte, die dort geschrieben wurden – das gibt es sonst kaum. Das ist Wien und das macht Wien aus.“

Zur Person

Mag.a Karin Simonitsch ist Inhaberin der Marien Apotheke.

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