Zum Inhalt Zum Hauptmenü
Menu

Gespräch mit Jutta Rentmeister, Nachbarschaftszentrum Gumpendorf

Nachbarschaftszentrum Gumpendorf von außenJutta Rentmeister vom Nachbarschaftszentrum empfindet das Grätzel um ihr Zentrum ihre Nachbarschaft als interessiert und offen und kennt etwa 30 Nachbarinnen und Nachbarn des Zentrums persönlich.

Gute Nachbarschaft ist das Gegenteil von anonym

Beim Thema Nachbarschaft denkt Rentmeister als erstes an Austausch und Unterstützung: „Austausch ist etwas ganz Wichtiges – dass man sich zu bestimmten relevanten Alltagsthemen miteinander austauscht, sich vielleicht gegenseitig unterstützt oder sich zusammentut, wenn es ein gemeinsames Problem zu lösen gibt.“ Aber auch Gespräche, die auf der Straße geführt werden, oder gemeinsame Treffpunkte, wie zum Beispiel Parks gehören für sie zu Nachbarschaft.

Ihrem Eindruck nach sind Leute, die kleinere Kinder haben, sehr gut miteinander vernetzt und kennen sich. Hilfreich sind hier moderne Kommunikationsmöglichkeiten, insbesondere soziale Medien wie Facebook. Denn auch das gehört für Rentmeister zu guter Nachbarschaft: der Austausch von Kontaktmöglichkeiten, um sich gegenseitig erreichen und unterstützen zu können.

Ältere Menschen lernen sich hingegen oft über Angebote des Nachbarschaftszentrums kennen. Dadurch können Freundschaften entstehen und gemeinsame Ideen umgesetzt werden.

Rentmeister: „Man vernetzt sich zum Beispiel, weil man gerne gemeinsam Ausflüge macht. Das passiert schon. Oder auch, dass Sachen ausgetauscht werden, zum Beispiel Kleidung, die nicht mehr passt. Diesen Austausch an materiellen Gütern finde ich sehr fein und auch nachhaltig.“

Gemeinsam an einer Sache arbeiten oder miteinander Feste feiern

Für Rentmeister spielen soziale Einrichtungen, wie das Nachbarschaftszentrum selbst oder zum Beispiel Juvivo, eine wichtige Rolle, wenn es um Nachbarschaftsförderung geht. Über ihre Angebote können sich Menschen treffen und vernetzen und somit den Grundstein für eventuelle gemeinsame Projekte legen.

Als ebenfalls nachbarschaftsfördernd empfindet Rentmeister Gartenprojekte. Auch das Nachbarschaftszentrum hat bereits eines realisiert. Rentmeister: „Das war natürlich was total Nachbarschaftsförderndes, weil verschiedene Leute gemeinsam an einem Projekt gearbeitet haben und sich gemeinsam darum bemüht haben, dass der Bezirk lebenswerter gemacht wird, dass es schön aussieht und dass man sich wohlfühlt.“

Auch Feste sind für sie etwas Wichtiges. Sie sprechen durch ihre Niederschwelligkeit auch Leute an, die sonst vielleicht eine größere Hemmschwelle haben

Rentmeister: „Bei einem Fest kann man einfach mal schauen und mitfeiern. Das ist dann für viele auch ein guter Anknüpfungspunkt, um das erste Mal in Kontakt zu kommen. Und vielleicht traut man sich dann auch in weiterer Folge bei anderen Projekten mitzumachen.“

Erkundungstouren durch Grätzel

 Wenn Jutta Rentmeister vom Grätzel um das Nachbarschaftszentrum spricht, kommt sie fast ins Schwärmen: „Ich glaub, wenn man noch nie hier im Grätzel war, ist es am besten, man macht eine kleine Erkundungstour runter zur Gumpendorfer Straße und wandert dort entlang. Es gibt hier sehr viel zu entdecken. Es ist ein sehr offenes, interessiertes und gebildetes Grätzel. Es gibt viele junge Leute, die aufgeschlossen sind und gute Ideen haben und man merkt, dass sich in dieser Gegend viel tut.“

Sie spaziert gerne selbst die Gumpendorfer Straße entlang (und empfiehlt das wärmstens weiter), da sie die Gegend mit ihren vielen Cafés und Lokalen als inspirierend empfindet. Auch die umgestaltete Mariahilfer Straße lädt ihrer Meinung nach zum Flanieren ein. Ebenso besucht sie sehr gerne mit ihren Kindern das Haus des Meeres.

Speziell wichtig sind ihr aber die vielen Einrichtungen, die sich um sozial Schwache kümmern.

Rentmeister: „Ich finde es schlimm, wenn es eine Ghettoisierung gibt und gesagt wird, dass man gewisse Einrichtungen und Leute nicht in seiner Nähe haben will und sie deshalb an den Stadtrand verdrängen möchte. Es ist gut, dass es auch hier im Grätzel Anlaufstellen für Leute mit verschiedensten Problematiken gibt.“

Für Rentmeister ist es notwendig, dass sozial marginalisierte Menschen die Möglichkeit haben Essen, eine Dusche und auch Information und Unterstützung zu bekommen. Dabei denkt sie zum Beispiel an das Tageszentrum Ester, die Gruft und auch das Nachbarschaftszentrum selbst.

Einen bestimmten Lieblingsort im Bezirk hat Jutta Rentmeister nicht. Sie ist sehr begeistert von den Parks und Innenhöfen, die sich mit ein bisschen Aufmerksamkeit finden lassen. Rentmeister: „Die Bürgerspitalgasse selbst ist ja eher fad und weniger grün. Aber wenn man dann durch die Häuser durchlugt, sieht man diese Wahnsinnsinnenhöfe und -gärten. Das sind Paradiese!“

Zur Person

Jutta Rentmeister ist Leiterin des Nachbarschaftszentrums 6 – Gumpendorf.

Einen Kommentar schreiben

Bitte beachten Sie

  • Ihre E-Mail wird privat gehalten.
Kommentar