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Gespräch mit Christa Reiter und Vinzent Wohinz, wohnpartner

wohnpartner-Mitarbeiterin spricht mit einer Mieterin am GangIm Gespräch mit DI Christa Reiter und Mag. Vinzent Wohinz von den wohnpartnern wurde über Nachbarschaft, nachbarschaftsfördernde Projekte und den „multikulturellen und aufstrebenden“ sechsten Bezirk geplaudert.

Markus Steinlechner (Moderation): Was bedeutet für Sie der Begriff Nachbarschaft?

Christa Reiter: Das lässt sich nicht so leicht beantworten, da Nachbarschaft eine eher gefühlte Angelegenheit ist. Diese kann sowohl auf sozialer als auch auf räumlicher Ebene individuell verstanden und erlebt werden.

Vinzent Wohinz: Nachbarschaft beschreibt ein Gemeinwesen. Persönlich habe ich in Wien drei Ebenen: den direkte Nachbarn, Bezirksnachbarn und Stadtnachbarn.

Steinlechner: Was ist für Sie in weiterer Folge gute Nachbarschaft?

Wohinz: Da fallen mir einige Schlagworte der wohnpartner ein: Dialog, Rücksichtnahme, Respekt und Akzeptanz für die Eigenheiten und Besonderheiten eines jeden Einzelnen. Auch Kreativität, wie sie zum Beispiel im Gemeindebau-Chor oder in Kunstprojekten umgesetzt wird, ist wichtig für Nachbarschaft.

Reiter: In Bezug auf unsere Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet das Geborgenheit, Sicherheit und ein generelles Sich-Wohlfühlen. Auch Vertrautheit in und mit dem Umfeld sind hier ganz wichtig.

Steinlechner: Kennen Sie Projekte oder Institutionen, die Nachbarschaft fördern?

Wohinz: An dieser Stelle könnte ich viele nennen, wie zum Beispiel die wohnpartner, die Gebietsbetreuung, das Nachbarschaftszentrum, Fair Play, die Jugendzentren und das Jedmayer.

Reiter: Ich schließe mich hier meinem Kollegen an und würde auch die wohnpartner, die Gebietsbetreuung, das Nachbarschaftszentrum, Fair Play, die Jugendzentren und das Jedmayer nennen.

Steinlechner: Was können Sie selbst zu einem besseren Miteinander beitragen?

Wohinz: Die drei Säulen der wohnpartner sind Konfliktmanagement – wir suchen Lösungen bei nachbarschaftlichen Konflikten – Gemeinwesenarbeit und Vernetzung. Bei der Gemeinwesenarbeit werden Ideen und Wünsche der Bewohnerinnen und Bewohner in Prozessen umgesetzt. Dabei entstehen tolle Projekte, wie „Willkommen Nachbar“ und Gemeinschaftsgärten.

Steinlechner: Reden wir über den 6. Bezirk. Wie würden Sie Ihr Grätzel beschreiben?

Reiter: Der 6. Bezirk ist sehr unterschiedlich. Teils ist hier sehr viel los und es gibt viele junge Geschäfte. Richtung Gürtel aber ist er nicht so schön und man sieht sehr viele Leerstände. Gleichzeitig lassen sich die unterschiedlichsten Baustile finden, von Gründerzeit bis hin zu fast dörflich anmutenden Gegenden ist hier alles dabei. Wenn man etwas von Wien sehen und kennenlernen will, kann ich nur einen Spaziergang durch den 6. Bezirk empfehlen.

Wohinz: Ich würde das Grätzel als sehr kulturell, modern, jung und offen beschreiben. Es gibt hier viele tolle Angebote wie den Flakturm und das Haus des Meeres. Gleichzeitig haben wir hier auch ein bisschen „San Francisco-Gefühl“. Der 6. Bezirk ist ziemlich steil. Und der Naschmarkt! Der ist sowieso einzigartig.

Steinlechner: Wer oder was ist im 6. Bezirk nicht mehr wegzudenken?

Reiter: Da fällt mir so Vieles ein: der Flakturm, der Esterhazypark, das Haus des Meeres, die untere Gumpendorfer Straße, aber auch die Mariahilfer Straße. Dann gibt es tolle Beisln, wie das phil und das Café Sperl. Und auch das Raimundtheater finde ich ganz toll. Und das Arik-Brauer-Haus natürlich auch!

Wohinz: Wie bereits erwähnt natürlich der Naschmarkt. Dann gibt es sehr viele nette Cafés und Beisln, ich selbst besuche gerne das Café Ritter. Die beiden tollen Theater, das Raimundtheater und das Theater an der Wien, dürfen meiner Meinung nach niemals zusperren. Und natürlich sollte es immer die Gemeindebauten, wie zum Beispiel den Leuthnerhof, geben. Auch das Haus des Meeres möchte ich nicht missen.

Steinlechner: Haben Sie einen Lieblingsort im 6. Bezirk?

Wohinz: Der Naschmarkt und das Café Ritter.

Reiter: Der Esterhazypark ist zwar kein klassisch schöner Park, aber er hat etwas Besonderes. Auch die Barnabitengasse finde ich sehr schön, dort halte ich mich gerne auf.

Steinlechner: Möchten Sie noch etwas hinzufügen?

Wohinz: Ich finde es großartig und auch mutig, wie viele und welche tollen sozialen Einrichtungen es im 6. Bezirk gibt. Hier befinden sich Beratungsstellen, die wienweit von großer Bedeutung sind, wie beispielsweise das AIDS-Haus. Auch die Bewohnerinnen und Bewohner des 6. Bezirks zeigen große Toleranz. Besonders toll und mutig war die Eröffnung des Jedmayer. Auch hier haben die Gemeindebaubewohnerinnen und -bewohner viel Toleranz gezeigt und nach kleineren Aufregungen wurde der Jedmayer erstaunlich gut angenommen.

Reiter: Im 6. Bezirk gibt es sehr viele Einrichtungen, die wahrscheinlich in anderen Bezirken als problematisch wahrgenommen werden würden. Ganz wichtig sind hier das Jedmayer, das Ester und die Rosa Lila Villa.

Zu den Personen

Christa Reiter und Vinzent Wohinz sind für die wohnpartner – Gemeinsam für gute Nachbarschaft tätig.

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