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Gespräch mit Ernst Lackner, lnhaber des Café-Restaurants G’schamster Diener

Café-Restaurant G'schamster Diener von außenErnst Lackner wohnt und arbeitet seit über 30 Jahren in Mariahilf. Ursprünglich kommt er aus dem Waldviertel, wo ihm das Nachbarschaftliche intensiver vorgekommen ist: „Wennst was brauchst hast vom Nachbarn, bist umigangen und hast da des gholt. Das ist natürlich in Wien nicht.“

Früher hat er auch in Wien Nachbarschaft noch anders erlebt, zum Beispiel durch einen Lederer, den er als den „klassischen Nachbarn“ bezeichnet. Lackner: „Der hat manchmal meine Lieferanten bezahlt, wenn ich nicht da war. Oder etwas repariert, wenn es kaputt war. Der war ein guter Hausgeist.“ Obwohl sich in den letzten Jahren Vieles verändert hat, mag Herr Lackner seine Nachbarschaft: „Die Menschen, die hier wohnen, sind schon alle miteinander sehr liebe Leute. Also in jeder Altersschicht. Da kann ich mich nicht beklagen. Bei Nachbarschaft fällt mir auch noch Zusammenleben ein. Oder der Weg ist das Ziel.“

Begabte Leute auf der Bühne und am Fußballplatz

Herr Lackner trägt aktiv zu einer guten Nachbarschaft bei, indem er in seinem Lokal Kulturveranstaltungen anbietet. Bei diesen können Menschen, die sonst nicht die Möglichkeit dazu hätten, ihre Talente vorführen. Lackner: „Da gibt es so begabte Leute, die Arien schreiben oder Bücher und die haben hier die Gelegenheit, das vorzuführen. Und das ist auch etwas Nachbarschaftsförderndes – wenn jemand hier zweimal im Monat ein Highlight hat, dann ist er sozial aufgehoben.“

Ebenso hat er vor 25 Jahren den Fußballverein FC Mariahilf gegründet, bei dem es Kinder-, Frauen- und Männerteams gibt. Hintergrund dieser Idee war der Wunsch, dem Staat etwas zurückzugeben. Lackner: „Dieses Land ist im allgemeinen sehr lebenswert und ich habe mir gedacht, dass ich der Gesellschaft etwas zurückgeben und nicht nur nehmen möchte.“

Laut Herrn Lackner haben im FC Mariahilf bereits 27 verschiedene Nationen mitgespielt. Lackner: „Die Kinder vertragen sich alle, egal welcher Herkunft. Für die ist das alles gleich. Wenn sie ein Tor schießen, fallen sie sich um die Arme.“ Bei Interesse kann man über die Homepage www.fcmariahilf.at gerne Kontakt aufnehmen.

Auch das Nachbarschaftszentrum oder Gassenfeste sind für ihn wichtiger Teil einer guten Nachbarschaft.

Die große Straße, die den Rest ein bisschen erdrückt

Sein Grätzel beschreibt Herr Lackner als sehr lebenswert. Er räumt zwar ein, dass es nicht viele Grünflächen gibt. Durch die gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel stellt das allerdings kein Problem für ihn dar. Lackner: „Und früher gab’s noch die typischen Gschäftln, wo du vom Radiergummi angefangen über die Unterhose alles gefunden hast. Das kriegt man jetzt nicht mehr so leicht. Jetzt geht man auf die Mariahilfer Straße und hat H&M und Libro und so.“

Wichtige Punkte im Bezirk sind für ihn das Spital, die Schule und das Kloster der Barmherzigen Schwestern, das Raimundtheater, das Haydnhaus, das Haus des Meeres, der Naschmarkt und die Mariahilfer Straße. Lackner: „Die Mariahilfer Straße ist halt die große Straße, die den Rest ein bisschen erdrückt, glaube ich. Aber andererseits kann das auch ein Vorteil für die Unternehmer sein. Denn auf der Mariahilfer Straße findet man jetzt nichts Einzigartiges, das kann auch eine Chance sein.“

Zur Person

Ernst Lackner ist lnhaber des Café-Restaurants G’schamster Diener.

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